"Die Erste“ im Bürgerbataillon Hausberge Die 1. Kompanie des Bürgerbataillons Hausberge besteht seit über 275 Jahren. Ursprünglich war dies die „Bürgerwehr“ um die Schalksburg und um den Pudding. Diese Ortsangaben sind damals wie heute gültig. Die „Erste“, das sind die Männer und Frauen, jung und alt, zwischen Hoppen- und Ortsstraße, Wasserwerk, Kempstraße im Osten und Bahndamm im Westen. Wir sind kein Verein, sondern eine große Familie - jeder kann mitmachen. Kommandos brauchen wir nicht. Jeder weiß wie es läuft. Was wir erreichen wollen, das erreichen wir gemeinsam. Einzelne bestimmen bei uns nicht. Über jede Sache wird in den Versammlungen diskutiert. Das ist nicht immer einfach, aber demokratisch. Die Entscheidungen werden dann von allen mit getragen. Unsere Anliegen sind, die Pflege des Brauchtums und den Zusammenhalt der Familien mit den Nachbarn im gesamten Ortsteil zu pflegen. Alle zwei Jahre sieht man uns beim Freischießen durch Hausberge ziehen. Auch zwischen den Freischießen sind wir aktiv mit Radwanderung, Herbstausflug, Skat- und Knobelabend usw. Im Jahre 2009 war Helmut Spiwak der „König“ aus den Reihen der Ersten Kompanie. Sein Sohn Alexander hat es ihm beim Freischießen 2013 gleichgetan. Ein gutes Auge und Übung war Voraussetzung für diesen Erfolg. Wir treffen uns daher samstags - so wie es jeder einrichten kann - meist im 14-tägigen Rhythmus auf dem Schießstand im Papensgrund. Warum machen wir mit? Einige sind von Kind auf hineingewachsen. Andere machen mit, weil sie bei dem Übungsschießen und anderen Veranstaltungen mit anderen Hausbergern in Kontakt kommen. Unser bereits verstorbener Kamerad und König des Jahres 1977, Günter Hoffmann, hatte die interessanteste Geschichte. Wir gratulierten ihm beim Übungsschießen nachträglich zu seinem Geburtstag: „Kein Mensch fragt mich, wie alt ich bin. 79 Jahre!“ Bodo: „Und dann kommst Du immer noch ?“ Günter erzählte: „Ich bin 1955 zugezogen, da fand das erste Freischießen nach dem Krieg statt. 1957 drängte mich mein Nachbar, mit dem ich mich gut verstand, mitzumachen. Ich wollte jedoch nicht. Als Kriegsteilnehmer - und das war auch schon in meiner Jugend so - behagten mir Kommandos überhaupt nicht. Am Sonntag sah ich den Einmarsch des Bataillons in Hausberge zur Königsproklamation. Ich sah meinen Nachbarn in der Königskutsche sitzen. Er war König geworden. Da habe ich mich spontan vom Bürgersteig in die Reihen der ersten Kompanie eingereiht und bin mit marschiert. Viele Leute kannte ich noch nicht. Über die Kompanie habe ich viele Hausberger kennen gelernt. Heute ist es wie eine große Familie für mich. Ich habe mich von Anbeginn zu Hause gefühlt! Es macht einfach Spaß.”